Remote 2.0

Remote 2.0 ist eine Tanz- und Musikperformance für Flöte, Schlagzeug, Bassgitarre und Tanz. Bei dieser Performance werden die Bewegungen der Tänzerin durch Sensoren analysiert und beeinflussen so in Echtzeit elektronische Klangfilter, die je nach Bedarf die Klänge der verschiedenen Instrumente transponieren, verzerren, zerlegen, verstärken … Weitere Klangeffekte werden durch Zufallsgeneratoren gesteuert. Somit liegt der musikalische Ausdruck nicht mehr ausschließlich in der Hand der drei Musiker, sondern wird maßgeblich fremdbestimmt.
Die Inspiration zu diesem Stück lieferte der Dystopieroman „The Power“ von Naomi Alderman, bei dem es um Macht, Manipulation, Fremdbestimmung und Machtmissbrauch geht. Einleitend wird eine flüchtige Flötenmelodie mehrfach wiederholt und auf immer eindringlichere Weise elektronisch manipuliert. Bedrohliche Klänge der Bassgitarre steigern sich zu einer ersten Machtdemonstration. Auch die nun folgende expressive Phrase der Flöte kann sich nur schwer gegen immer wiederkehrende Klangelemente im Bass und in den Perkussionsinstrumenten behaupten.
Den zentralen Hauptteil bildet eine Passacaglia, eine vor allem in der Barockmusik gebräuchliche Variationsform im 3/4-Takt, in der es um den im Roman beschriebenen, erst subtilen, dann immer offensichtlicheren Machtmissbrauch geht, der schließlich zur völligen Zerstörung und dem Untergang der Gesellschaftsstruktur führt. Es folgt der auf drei Stimmen ausgedünnte Bachchoral Aus tiefer Not schrei ich zu dir. Mit einem Violinbogen gestrichene, wassergefüllte Gläser sorgen hier für einen fragilen, zerbrechlichen Klang in der Hauptstimme.
Der Roman endet in einer zerstörten, hoffnungslosen Gesellschaft, musikalisch dargestellt durch eine immer wiederkehrende fünf-taktige Basslinie, deren Monotonie durch wenige Perkussionselemente aufgehellt wird. Überlagert wird diese durch eine absteigende desillusionierte Melodie in der Bassflöte, die sich schließlich im Nichts verliert.
Die abwechslungsreiche Notation dieser Komposition verlangt von den drei Musikern Anne Davids, Achim Bill und Vedran Mutić einerseits ein äußerst präzises engagiertes Spiel, bietet andererseits jedoch auch viel Raum für Kreativität und Eigeninitiative

Paul Pankert, Composition

Hiroshi Wakamatsu, Choreographie

Achim Bill, Perkussion
Anne Davids, Flöten
Vedran Mutić, E-Bass
Paul Pankert, Live Elektronik

Aufführung

27. November 2021 @20:00 Danshuis De Ingang, Hurstweg 8, Gent (B)
10. Dezember 2021 @20h00: Alter Schlachthof, Rotenbergplatz 19, Eupen (B)

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