New Year – New Music

Mit dem Neujahrskonzert »New Year – New Music« eröffnet das renommierte Ensemble88 das musikalische Jahr 2026 – zwischen barocker Klangpracht und zeitgenössischer Neugier. Im Zentrum steht die selten zu hörende Tripelharfe, virtuos gespielt von der belgischen Harfenistin Lise Vandersmissen.
Barocke Solowerke für Tripelharfe spannen den historischen Bogen, in dem neue Kompositionen der KL-EX-Komponisten Wolfgang DelnuiPaul Pankert und Christian Klinkenberg ihre Klangwelten entfalten. Die eigens für Tripelharfe, Flöte, Perkussion und Live-Elektronik geschriebenen Werke schlagen eine lebendige Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Musiker:
Lise Vandersmissen (Tripelharfe)
Anne Davids (Flöte)
Jan van den Boomen (Perkussion)

Ein Konzert, das musikalische Neugier weckt und die Vielfalt der Klangsprachen feiert – mit einem Ensemble, das für künstlerische Qualität und programmatische Entdeckungsfreude steht.

Programm:

  • Lise Vandersmissen – Uncovered
  • Giovanni Maria Trabaci (1575-1647) – Toccata Seconda & Ligature per l’Arpa
  • Christian Klinkenberg – Trecena — Ritual of the Thirteen Days of the Tzolk’in for harp, flute, percussion (première)
  • Barbara Strozzi (1619-1677) – Che si può fare
  • William Byrd (1540-1623) – A Gigg
  • Wolfgang Delnui – Zupfen/Tupfen, Reiben/Rutschen, Klopfen, Luft – Vorbei! for harp, flute, percussion (première)
  • Georg Friedrich Händel (1685-1759) – Suite in Bb Major, HWV 434: Prelude, Air with Variations
  • Paul Pankert – Strange times for harp, flute, percussion & live electronics (première)

18. Januar 2026 · 15h00 @ IKOB Eupen (Ostbelgienfestival) Info
25. Januar 2026 · 11h00 @ Maastricht · Bankastudios Info
(in Zusammenarbeit mit Intro in Situ
)

Christian Klinkenberg – Trecena — Ritual of the Thirteen Days of the Tzolk’in for harp, flute, percussion (première)
In Trecena entfaltet sich Musik als Zeitritual. Inspiriert vom Tzolk’in, dem altmesoamerikanischen Kalender, durchläuft die Komposition dreizehn Zähltage – dreizehn klangliche Zustände, die sich wie eine Zeremonie ineinander verwandeln.
Eine Triple-Harfe, streng an eine einzige Tonleiter gebunden, errichtet den klanglichen Raum. Flöte und Metall-Percussion öffnen diesen Raum durch modale Farben, schwebende Gongs, Glocken und langsam aufblühende Klänge. Polyrhythmen verweben sich zu hörbaren „Zählfäden”, zwei lydisch leuchtende Festtage markieren die Höhepunkte des Zyklus.
Trecena ist keine Abfolge von Sätzen, sondern ein zusammenhängender Bogen – archaisch und präzise zugleich. Eine Musik, die Zeit nicht misst, sondern erfahrbar macht.

Wolfgang Delnui – Zupfen/Tupfen, Reiben/Rutschen, Klopfen, Luft – Vorbei! for harp, flute, percussion (première)
Der Titel fasst die Vorgänge zusammen, die die SpielerInnen ausführen. In der etwas 5-minütigen Komposition werden verschiedene Formen der Kommunikation ausgelotet, die sich zwischen den Instrumenten abspielen: das Miteinander, das Aufeinander-reagieren und das Nebeneinander.
W. Delnui, 2025

Paul Pankert – Strange times for harp, flute, percussion & live electronics (première):
Unerbittlich schreitet die Zeit voran. In strange times wird dieses unaufhaltsame Fortschreiten durch die stetigen, fast rituellen Schläge des Schlagzeugers auf Bambusstäben hörbar gemacht – ein archaischer Puls, der mit wenigen Ausnahmen das gesamte Stück durchzieht. Vor diesem strengen Zeitgerüst entfalten sich nur wenige, dafür umso prägnantere Ereignisse. Fragile Zitate aus längst vergangenen Epochen auf der barocken Trippelharfe sowie die dunklen, auf gestimmten Flaschen geblasenen Töne der Flöte spannen einen weiten Bogen über Jahrhunderte. Alle Klänge werden von einem allgegenwärtigen elektronischen Echo eingefangen, verlängert und in die Gegenwart zurückgeworfen – als akustische Spur, die sich in den fortlaufenden Puls einschreibt.