America – Music First!

Paul Pankert

Auch ein Stück von Paul Pankert steht auf dem Programm des Ensemble 88, das am 14. März beim Ostbelgienfestival zu Gast ist.

In diesem Jahr wird überall in der Welt der 75ste Jahrestag des Ende des 2. Weltkriegs gefeiert, zu dem Amerika einen entscheidenden Beitrag geleistet hat. Insbesondere in Europa hat sich jedoch das Amerikabild durch die aktuelle politische Situation stark eingetrübt.

Höchste Zeit für Ensemble88 ein Konzert der amerikanischen Musik zu widmen, deren Vielfalt, Einfallsreichtum und politisches Engagement aus der Entwicklung der zeitgenössischen Musik der letzten Jahrzehnte nicht wegzudenken ist…

Hauptwerke des Programms sind The Fall of the Empire des amerikanischen “politischen Komponisten” Frederic Rzewski, sowie der musikalische Meilenstein der 2ten Hälfte des 20. Jahrhunderts : George Crumb’s Black Angels, vor genau 50 Jahren komponiert.

In seinem Werk The Fall of the Empire verarbeit Frederic Rzewski (* 13. April 1938 in Westfield, Massachusetts) auf ihm typische eindringliche Art kurze, markante Texte, die aktuelle politische Themen wie Krieg, Machtmissbrauch, Klimaproblematik mit wenigen Worten auf den Punkt bringen.

Black Angels, mit dem Untertitel Thirteen Images from the Dark Land, ist ein Werk für “electric string quartet” des amerikanischen Avantgarde-Komponisten George Crumb. Er datierte es auf Freitag, den dreizehnten März 1970 (in tempore belli). Der lateinische Zusatz “in tempore belli”, in Kriegszeiten, verweist auf den Vietnamkrieg, der zum Zeitpunkt der Komposition stattfand. Das gesamte Werk wird durch die Zahlen 13 und 7 bestimmt, die traditionell mit Schicksal und Bestimmung zusammenhängen. Das Stück zeichnet sich durch seine unkonventionelle Instrumentierung aus, die elektrische Streichinstrumente, Kristallgläser und zwei aufgehängte Tamtam-Gongs erfordert. Das Werk verweist auf den zweiten Satz, Andante con moto aus Schuberts Streichquartett Tod und das Mädchen.

Zur Einleitung Paul Pankerts Komposition FakeFlutes. Inspiriert durch den aktuellen politischen Umgang mit der Realität lässt Paul Pankert in seinem Stück durch Verwendung von Live-Elektronik die Grenzen der Klangrealitäten verschwimmen.

Als Intermezzo steht das Stück pattibox des New Yorker Komponisten Randall Woolf auf dem Programm. Ein Stück für Flöte und Drummachine aus Flötensounds.

Konzertprogramm

Paul Pankert: FakeFlutes – flute, live electronics
Frederic Rzewski: The Fall of the Empire (2007) – perc, voice (Auszüge)
Randall Woolf: pattibox for flute and soundtrack
George Crumb: Black Angels (1970) – string quartet

Ensemble88

Jan van den Boomen: perc
Anne Davids, Flöte
Paul Pankert & Maxime Stasyk, Violinen
Dominica Eyckmans, Viola
Jean-Pol Zanutel, Cello
NN, Live-Elektronik

Aufführungen

26. Januar 2020 @15:00: Lutherse Kerk, Maastricht (Niederlande)
14. März 2020 @20:00: IKOB, Eupen (Belgien)