Glorious Bodies

Porträtfotos aus der Serie “Glorious Bodies” der Lütticher Fotografin Sophie Langhor inspirierten den Eupener Musiker und derzeitigen Künstler Ostbelgiens, Paul Pankert, zu diesem außergewöhnlichen Projekt.


Saint Mathias par Gérémie Geisselbrunn (1595 – 1660) photographié comme Ricky Hall, de la série Glorious Bodies, photographies noir et blanc marouflées sur aluminium, 2 x (55 x 44 cm), 2013 -2014.

Naheliegend – gilt ja bekanntlich sein besonderes musikalisches Interesse einerseits der Musik des Frühbarrocks und andererseits der experimentellen Musik unserer Zeit.
Denn porträtiert hatte Sophie Langhor nicht etwa lebende Personen, sondern die Heiligenstatuen der St. Nikolauskirche Eupen, die Mitte des 17. Jahrhunderts durch Gérémie Geisselbrunn geschaffen wurden. Diese stellt sie auf erstaunliche Weise aktuellen Fotos aus der Werbe- und Modefotografie gegenüber.  (Selbstverständlich werden einige dieser Fotos auch am 16. Juni im IKOB zu sehen sein.)
Auf ähnliche Weise möchte Paul Pankert die Musik des 17. Jahrhunderts unserer heutigen Musik gegenüberstellen. Dazu komponierte er zu virtuosen Frühbarockwerken von Girolamo Frescobaldi (1583 – 1643) und Jacob van Eyck (1590 – 1657) neue Solowerke für Flöte und Cembalo mit Live-Elektronik, um eine entsprechende Wechselwirkung auch auf musikalischer Ebene zu erzielen.
Auch das Stück Three Ravens des in Berlin lebenden belgischen Komponisten und Blockflötisten Gregory d’Hoop basiert auf einer alten englischen Folk-Ballade, die erstmals 1611 publiziert wurde. Gregory wird auch selbst dieses Werk auf der Altblockflöte interpretieren.

Konzertprogramm:
Jacob van Eyck (1590 – 1657): Pavane lachrymae (Blockflöte)
Paul Pankert: Pavane (Blockflöte & live-electronics) – Uraufführung

Gregory d’Hoop: Three Ravens, Variationen auf eine englische Folk-Ballade (publiziert 1611), Altblockflöte

Girolamo Frescobaldi (1583 – 1643): Il secondo libro di Toccate: Toccata Prima (Cembalo)
Paul Pankert: Toccata (Cembalo & live-electronics) – Uraufführung

Musiker des Kl-Ex-Ensemble: Claire Lecoq, Gregory d’Hoop, Paul Pankert
Live-Elektronik: Centre Henri Pousseur, Liège

Als Geiger und Violinpädagoge zählt Paul Pankert schon seit vielen Jahren zu den bekanntesten ostbelgischen Musikern. Seit Jahren ist er auch als Komponist weit über die Region hinaus bekannt: 2008 wurde seine Komposition „Spaltung“ mit dem Preis der Académie Royale des Sciences, des Lettres et des Beaux-Arts de Belgique ausgezeichnet. Seitdem widmet Pankert sich verstärkt dem Komponieren und schrieb zahlreiche Werke, unter anderem im Auftrag des Festivals van Vlaanderen, des Festivals der zeitgenössischen Musik Ars Musica, des Orgelparkfestivals Amsterdam oder der Ensembles Nahandove und Sturm und Klang.

Gregory d’Hoop studierte Blockflöte und Komposition an den Konservatorien in Brüssel und in Mons. 2009 wurde er in beiden Fächern an der Universität der Künste Berlin zugelassen. Dort schloss er beide Studien erfolgreich ab. Auszeichnungen erhielt er durch die “Fondation Vocation”, den belgischen Komponistenverband (André Souris-Preis) und beim Dexia-Wettbewerb Axion Classics.
Er komponierte zahlreiche Auftragswerke u. a. für das Diotima Quartet, das Belgische Nationalorchester, Sequenza 9.3,  das Kuraia Ensemble, das St. Christopher Chamber Orchestra, Sinfonietta Riga und das Ensemble Sturm und Klang.

Claire Lecoq studierte Klavier und Kammermusik am Conservatoire Royal de Liège. Sie konzertiert in verschiedenen Kammermusikgruppen (Ensemble Musique Nouvelle, Ensemble 88…) und als Solistin (u. a. mit dem Lütticher Orchester, dem Nationalorchester und dem Kammerchor Namür).
Neben dem Klavier gilt ihr Interesse auch dem Cembalospiel. Dieses vertieft sie auf Meisterkursen u. a. bei Robert Kohnen und Andreas Staier.
Sie ist Direktorin der Musikakademie von Waremme.

In Zusammenarbeit mit dem Ostbelgienfestival, dem Centre Henri Pousseur und IKOB

Aufführungen
16. Juni 2019 @19:00: IKOB, Eupen (B) – Uraufführung – TICKETS

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